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Wir haben nachgezählt - was ist dran am Artikel von Vito J. Racanelli vom 9. November 2002? Der Artikel vom 9. November aus dem Barrons hat uns keine Ruhe ge-lassen, wir möchten es nun genau wissen, nachdem auch knapp 150 europäische ,large caps' aus dem EuroStoxx 650 hinter dem Gate mit einem Rating versehen werden. Dabei trifft der Vergleich aber auf Grenzen. Unser Datenlieferant I/B/E/S von Thompson Financial hat so seine Schwierigkeiten, die Jahresgewinne europäischer Aktiengesellschaften heranzuschaffen. In vielen Ländern werden Jahresgewinne nicht vier- sondern nur einmal im Jahr ermittelt - und sind bei der Veröffentlichung schon veraltet. Die quartalsweise Berichterstattung setzt sich nur langsam durch, und wenn, dann ist sie oft ungenügend. I/B/E/S verzichtet deshalb oft auf ihre Veröffentlichung und setzt stattdessen Gewinnschätzungen für das laufende Finanzjahr ein. Damit sind die Ergebnisse mit denen von Wall Street nur sehr einge-schränkt vergleichbar. Unserer Schlüsse daraus sind also nur grob richtig. Den Tenor geben sie aber richtig an. Und der ist eindeutig - Wall Street's Aktiengesellschaften haben die Nase vorn, was an natürlich am Wachstumsvorsprung der Amerikaner liegt. Der war im vierten Quartal eindeutig und dürfte auch im ersten Quartal 2003 eindeutig bleiben. Die Zahlen werden dort inzwischen nach Skandalen ziemlich strikt ermittelt, deutlich strikter als in Europa, wo in Deutschland über die Dotierung bzw. Auflösung der Rücklagen jedes Ergebnis erreichbar ist. Inzwischen werden drüben auch Mitarbeiteroptionen berücksichtigt. |
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Drei Quartale hatten Wall Street die Gewinner bei den Jahres-gewinnen die Nase vorn, alle drei Quartale ziemlich konstant im Ver-hältnis 4 zu 1 für Anstiege der Jahresgewinne zu Rücknahmen. Dabei wurde auch die Kapitalisierung überschlagsmäßig berücksichtigt. Allein von der Zahl der Aktiengesellschaften her hätten die Gewinner nur etwas über dreimal vorn gelegen. Nun laufen die Ergebnisse für das erste Quartal ein, indem Amerika dieses glanzvolle Verhältnis nicht mehr halten werden kann - schließlich war die Wachstumsrate im vierten Quartal längst nicht mehr so hoch. Das Verhältnis wird aber noch auf Seiten der Gewinner vorneliegen. Dagegen Europa: Da die Ergebnisse so wie kaum vergleichbar sind, haben wir jeweils den letzten Sprung der Jahresgewinne bzw. der Gewinnschätzungen für das laufende Finanzjahr gezählt. Wir kommen bei unseren betrachteten Aktien auf 55 zu 69 Gewinner bei den Jahresgewinnen zu Verlierern. Also liegen hier die Verlierer deutlich vorne. Für deutsche Aktien beträgt dieses Verhältnis 8 zu 19, was die Schrumpfung im vierten Quartal richtig widerspiegelt, für Frankreich ist das Verhältnis 7 zu 11, für die Schweiz sogar nur 2 zu 7, für Holland und Italien Gleichstand, für Skandinavien 12 zu 11, für Großbritannien 11 zu 9, und nur die iberische Halbinsel schaft das Glanzresultat 4 zu 1. Dort sind in der Probe aber nur fünf Aktien enthalten. Dieses Ergebnis ist fast deckungsgleich mit unserer Einschätzung des Wachstumsvorsprungs der USA über die Jahre hinweg, den wir in diesem Jahr wieder anwachsen sehen, vor allem im zweiten Halbjahr.
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In Germany, Economics and Earnings Don't Compute
,,, What's wrong with this picture? The IBES consensus for earnings estimate increases for publicly traded German companies is 48% for this year and 32% for next. Meanwhile, economists expect Germany's gross domestic product to grow by 0.4% in 2002, and 1.4% in 2003. The latter prediction is looking mighty optimistic; last week it was reported that the Ifo index, a survey of 7,000 German companies and a leading economic indicator, fell to an eight-month low in September.
How is it that corporate profits will skyrocket when economic activity shows no signs of turning up? We're glad we asked. Somebody's wrong, and it likely will turn out to be the analysts who form the IBES consensus -- typically a bunch with surgically attached rose-tinted glasses. Their 48% estimate is perhaps double what it might have been, save for terrible losses in 2001, and a bevy of extraordinary charges. Similarly, 2003 estimates are puffed up because analysts have begun to cut their 2002 forecasts furiously.
Even allowing that, "these are gargantuan increases in historic terms, and ones that no economic indicators back up," says Michael Hartnett, head European strategist at Merrill Lynch. "They are pie in the sky."
Well, we asked Hartnett, doesn't the DAX 30 index, down 60% from its highs, already discount a lousy economic outlook? "If you believe the IBES numbers, then the German market is trading at a cheap price to earnings ratio of 10.6, and it's a buy," he says, "But nothing economically tells you that will happen."
If anything, the economic picture could worsen. "Impediments to positive changes are formidable," Hartnett says.
For one thing, he believes, Germany is laboring under too many restraints. Recent bank results point to a system that is being rocked by bankruptcies and sour loans, so there's an ongoing credit crunch. A strengthening euro continues to sap the export-dependent economy, while no labor-market reforms are likely to come from the new government. So Germany remains a place where few companies will invest.
Don't expect a fiscal stimulus, as the government is leaning toward raising some taxes and cutting spending in order to meet European Union deficit limits. And a monetary jump-start? Well, let's not even talk about the European Central Bank's reluctance to reduce interest rates, which are clearly too high for Germany. "Germany's interest rates should be at 1.75% for economic recovery to get started," says Hartnett.
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9. Nov 2002 – Wir zitieren den Barron's
Diesem wörtlichen Zitat des Artikels von Vito J. Racanelli ( 4. Nov. 2002 ) ist nichts hinzuzufügen - es sei denn, daß die OECD das deutsche Wachstum für Ende 2003 sogar nur mit 0,2% ansetzt. Damit erhebt sich wie am
25. März 2002
die Frage, wie es weitergehen wird. Unser US-Konjunkturmodell seit 1980 mußten wir zwar revidieren, aus einem
JJ mußten wir nicht nur ein JJ eingestehen, sondern sogar ein
JJ .
Denn die nach unten revidierten Konjukturdaten ergaben für das Jahr 2001 eine Rezession, die um zwei Quartale länger dauerte als die zehn Jahre vorher. Wichtig ist aber nur der ansteigende Ast des zweiten Jots, der sich mit niedrigen Zinsen, Steuern und Dollar, sowie einer politisch geeinten USA begründen läßt. Unser 1998 begonnes deutsches Modell des an der waage-rechten gespiegelten J bleibt jedoch bestehen. Wir befinden uns im absteigenden Ast, und der kann im nächsten Jahr auch negative Wachstumsraten bedeuten. Schon im laufenden vierten Quartal können sie unter Null fallen - das dritte sollte der flut-bedingten Ausfälle wegen nicht dazu gerechnet werden. Die Gründe für diese negative Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung sind hier immer wieder dargestellt worden und durch den Ausgang der Bundestagswahl wahrlich nicht aufge-hoben werden. Der Winter 2004 kommt bestimmt.
That's far below the ECB's 3.25% repo rate. "All the doors are shut," he adds. "The risk of German economic stagnation is very high."
So earnings come down, and that's nothing new to today's battle-hardened investors, right? Maybe, maybe not. A lot will depend on what the general economic indicators are doing. If they are still ugly, then 2003 earnings-estimate reductions won't be taken well by the stock market. The DAX, meanwhile, is up more than 20% from its lows, so it's ripe for profit-taking if those indicators don't perk up.
The point of all this is not so much to kick Germany while it's down. Certainly, the already devastated shares of Allianz, Munich Re, DaimlerChrysler and Volkswagen, just to name a few, won't be helped by a sinking German economy, so steer clear, Hartnett advises. Rather, investors should look outside Germany for better returns, particularly in the U.K., where the economic picture is brighter, he says. '''
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,Beitragsbemessungsgrenze' ein deutsches Übel
Ein Wortungetüm zerstört unsere Wirtschaft
Kaum bemerkt, ist es uns Deutschen gelungen, eine permanente Steuererhöhung zu etablieren, die jedes Jahr im Januar zuschlägt und von allen abgenickt wird. Schließlich ist es doch ,sozial gerecht', wenn die Besserverdienenden mit höheren Sozialabgaben den steigenden Sozialbedarf der immer mehr Minder- oder gar nicht-verdienenden bezahlen. Pünktlich am Jahresanfang findet bei uns jedes Jahr etwas mehr Umverteilung statt, eine ,scala mobile' sozusagen der Abgaben und damit des Anteils der Staatsausgaben am Bruttosozialprodukt. Ohne die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen der letzten zehn Jahre, oder auch nur eine Anpassung an die Intflationsrate, wäre unser soziales Netz längst gerissen - im Umkehrschluß muß man befürchten, daß es ohne die der nächsten zehn Jahre reißen wird. Damit ist das Geheimnis der Reißfestigkeit des deutschen Sozialsystems aufgedeckt. Da in einer komplexen Volkswirtschaft Ursachen immer mehrere Wirkungen haben, stellt sich die Frage - wer bezahlt für dieses trügerische Wohlgefühl. Wir bezahlen natürlich alle dafür, eine gebremste Volkswirtschaft reagiert mit niedrigerem Wachstum und baut Arbeitsplätze ab - zum Beispiel unsere eigenen. |
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21. Sep 2002 – Der WirtschaftsKommentar
Kleine Bemerkung am Rande: Arbeitsplätze kann man nicht wählen, abwählen aber mit Sicherheit. Die vielen, die diese Erhöhungen treffen bezahlen natürlich direkt. Es sind genau diejenigen, auf die es ankommt, von deren Leistung wir alle leben und mehr als von der jeder anderen Bevölkerungsgruppe. Es sind die Angestellten, die erste Schritte zum Aufstieg geschafft haben, bzw. auch diejenigen, die sich im mittleren Management etabliert haben. Das System funktioniert so gut, weil diese keine Möglichkeit des Ausweichens haben. Nur wenigen gelingt der Absprung in ein Land, das diese ,scala mobile' nicht hat. Einige clevere Länder haben diese gerade abgeschafft. Trotzdem können die Betroffenen reagieren und sie tun es. Es handelt sich ja gerade um das Alter der Familiengründung. Das Einkommen reicht dafür aus, was man von niedrigeren Einkommen nicht behaupten kann. Sie machen eben Abstriche - an der Familie. Das Kinderkriegen wird aufgeschoben - bis es oft zu spät dafür ist. Und diese Lösung führt auch in den Abgrund. Ohne Nachwuchs gibt es kein Wachstum. Ohne Wachstum droht eine Todesspirale. Merke - wer in dieser Volkswirtschaft, der sogenannten sozialen Marktwirtschaft, Unternehmer ist, verdient es, ein Philantrop genannt zu werden. So dürfen inzwischen auch Teile der Arbeitnehmerschaft genannt werden. |
Diese WebSeite gibt eine Wahlempfehlung ab
Wir geben nach angelsächsischem Vorbild die folgende Empfehlung ab, allerdings nicht auf Parteien, sondern auf Personen bezogen: Wir wählen die Wirtschaftspolitik von
Merz – Westerwelle – Uldall .
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21. Sep 2002 – Die Wahlempfehlung
Wir wählen die Außenpolitik
Schröder – Fischer – Däubler-Gmelin ab!
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Die Flut in Deutschland und ihre finanziellen Konsequenzen
Eine Jahrtausendflut bringt das finanziell verarmte Deutschland an den Rand des Ruins. Fest steht,
daß den Flutopfern geholfen werden muß, sofort und ohne Wenn und Aber - zinsverbilligte Kredite im Jahre 2005 nützen nichts,und daß das Geld dafür nicht vorhanden ist.
In unserer überschuldeten Volkswirtschaft kann Hilfe nur auf zwei Weisen finanziert werden: Entweder durch höhere Verschuldung oder durch höhere Abgaben bzw. Steuern der Bürger. Höhere Schulden würden die Bezahlung der Folgekosten auf die nächste Generation verschieben, eine elegante Lösung, die uns liegt, schont sie doch unsere Geldbeutel und bringt Wählerstimmen, und die nächste Generation ist zu jung, um sich dafür zu interessieren. Beide Lösungen sind schlecht und haben dramatische Auswirkungen, dramatisch deswegen, weil wir seit dreißig Jahren mehr verbrauchen als wir erarbeiten, also von dem leben, was die Aufbaugeneration nach dem Krieg geschaffen hat. Wenn's nicht reicht, leihen wird uns das Fehlende von der Generation nach uns. Es ist eine Illusion zu glauben, daß sich mit einer Wochenarbeitszeit von 33 Stunden - effektiv, bei 36 liegt sie nur nominell - eine Volkswirtschaft betreiben, geschweige denn - im Fall der neuen Bundesländer - eine aufbauen ließe. Die gerechteste Finanzierung des Desasters ist mit Sicherheit ein Mix aus beiden Lösungen. Zur Wiedervereinigung war das noch anders. Da-mals hatte eine achtjährige Konsolidierungspolitik das Verschuldungs-problem praktisch schon gelöst. 1989 ließ sich schon der Zeitpunkt berechnen, an dem die deutschen Staatsschulden abgetragen sein würden. Je nach Berechnungsmethode kam ein Zeitpunkt zwischen 1999 und 2009 heraus. Damit konnte die Wiedervereinigung finanziert werden. Daß uns zehn Jahre später die Schulden über den Kopf gewachsen sind - die Landschaften in den neuen Bundesländern blühen allerdings wirklich - liegt zum Teil auch daran, daß man den Deutschen im Osten in so hohem Maße die Mitarbeit verweigerte und sie in die Arbeitslosigkeit entließ - während sich ein Großteil der Westdeutschen |
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27. Aug 2002 – Der WirtschaftsKommentar
mehr Freizeit genehmigte - Stichwort Rheinhausen. Diejenigen, die jetzt nur eine der beiden Finanzierungsmöglichkeiten fordern, müssen sich im Klaren sein, daß damit die Schattenseiten optimiert werden. Auch die zweite Möglichkeit ist ja elegant - tückisch wäre an dieser Stelle die richtigere Einordnung. Eine Direktabgabe der Bürger ist zwar gerecht, aber auch umständlich. Der Aufwand für die Verwaltung ist so hoch, daß aus einem Euro fünfzig Cents werden. Deshalb wird diese Art des Inkassos kaum gewählt werden. Die zweite Möglichkeit wäre eine Steuererhöhung bei der das Inkasso schon bezahlt ist. Hier bietet sich die Mineralölsteuer an. Irgendwie wäre es gerecht, wenn der Autofahrer sich an der Beseitigung der Schäden entscheidend beteiligen würde. Wenn man dies befristet bis auf - sagen wir - 30 Milliarden Euro, wäre dies politisch auch durchsetz-bar. Besonders wenn anschließend die Ökosteuer wegfiele und vielleicht sogar die KfZ-Steuer für PKWs - die ohnehin im Verdacht steht, mehr zu kosten als sie einbringt. Viel schlechter wäre die Lösung, die Steuerreform zu verschieben. Jede Steuererhöhung kostet Arbeitsplätze, jede verhinderte Steuer-senkung verhindert die Schaffung neuer. Bei dieser Steuerreform - in den letzten vier Jahren gab es bisher keine Reform sondern nur Geschenke, beschwere sich also niemand, daß daraus keine Arbeitsplätze entstanden sind - wären dies natürlich die unproduktivsten. Und die liegen bei uns nun mal im Osten. Es könnte also sein, daß die Flutopfer die Hilfe, die sie jetzt bekommen, im Verlauf selbst bezahlen - mit ihrem Arbeitsplatz. Einige, die das fordern, haben wohl nicht so weit gedacht. Bei Anderen hat man den Eindruck, daß genau das gemeint ist. Die Steuersenkung zu verschieben, ist schon allein deswegen keine Lösung, weil sie dann wohl überhaupt nicht mehr kommen würde. Bis die gegenwärtige Flut damit bezahlt sein würde, käme wahrscheinlich schon - die nächste, sagen uns die Klimaforscher. |
Börsen schwach, Dollar schwach - wer verdient? Eine Verschwörungstheorie
Der Dollar fällt, und die Börsen kippen ab. Voran die Wall Street, die europäischen und sogar die japanischen Börsen halten sich relativ weniger schwach. Um präzise zu sein, muß man das genau so ausdrücken. Mit den Fundamentals ist das nicht vereinbar, die sind in den USA stark, in Europa zweifelhaft - auch wenn man Zahlen immer so hindrehen kann, daß man das nicht sieht - und in Japan vernichtend. Die Erklärung ist simpel, und beruht auf einem Unterschied zwischen Amerika und Europa, der gemeinhin wenig beachtet wird. Amerikaner können leerverkaufen, Europäer auch, aber in vielen Ländern mit so viel Schwierigkeiten, daß sich keine ,short'-Kultur entwickeln konnte. Nachdem sich massive und mittelfristig stabile Abwärtstrends entwickelt haben, können Amerikaner damit ihre Problembranchen shorten. Da das im Moment eine Menge sind, insbesondere die Hightechbranchen des Börsenbooms um die Jahrtausendwende, gibt es kaum Möglichkeiten, das Kapital in den wenig verbleibenden starken anzulegen - unsere Einzelaktienbeschreibung gibt einen Überblick über die wenigen ( es drei ) noch starken Sektoren der Wall Street. Das Kapital muß also woanders hinfließen. Die Rohstoffbörsen sind nicht aufnahmefähig genug, beim Gold hat es jedoch schon den entsprechenden Effekt gegeben. Der in den letzten Jahren geschrumpfte Bondmarkt zeigt die gleichen Symptome - unter dem Druck freiwerdenden Kapitals gehen die Bondkurse nach oben, die Zinsen nach unten. Allerdings zunächst nur an den US-Zinsmärkten, die anderen internationalen bekommen nichts ab. Bleiben als letztes Auffangbecken nur die europäischen und fernöstlichen Börsen. In ihnen ,long', in Wall Street ,short', war seit Jahresanfang eine sichere Sache. Das nach Europa fließende Kapital treibt auch den Euro nach oben. |
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15. Juni 2002 - Der BörsenKommentar – Charts auf
Wall Street
und
EuroStoxx
Anders als Longpositionen, müssen ,shorts' irgendwann eingedeckt werden. Dann schwingt das Pendel zurück. In diesem Spekulationsszenario sind sogar mehrere Bruchlinien eingebaut. Die erste wäre erreicht, wenn sich die ,shorties' in Amerika nicht mehr weiter aus dem Fenster lehnen wollen. Dann versiegt der irrationale Kapitalstrom an die europäischen Börsen, und sie erliegen dem Druck ihrer eigenen Verkäufer. Relativ werden sie dann genauso schwach wie die Wall Street. Dies dürfte schon erreicht sein, der DAX ist unter 4300 gefallen. Die zweite Bruchlinie ist sicherlich der Tiefststand des Septembers. Dort geht den ,shorties' vermutlich der Mut aus - die Gewinne müssen schließlich auch realisiert werden. Ein derartig scharfdefinierter Zeitpunkt für den Umschlag ist allerdings unwahrscheinlich. Es ist gut möglich, daß die Tiefstpunkte knapp unterhalb den Tiefstständen des September liegen. Das war zum Beispiel 1987 ziemlich genau 200 Tage nach dem Crash der Fall. Dann können sich die Trends umdrehen und wieder den Fundamentals folgen. Verspannungen zwischen Fundamentals und Technik äußern sich oft ruckartig. Der einzige Markt, dem wir den gegenwärtigen Trend noch länger zutrauen, ist der US-Bondmarkt und in seinem Gefolge die internationalen Bondmärkte. Der US-Bondmarkt hat sich in den letzten Tagen markant nach oben gewendet - die Zinsen fallen massiv, wobei mittel- und langfristige Bondkurse Einiges an Widerständen aus dem Wege geräumt haben. Dieser Erklärungsansatz klingt in europäischen Ohren wie eine Verschwörungstheorie, dürfte aber bei Hedgefunds durchaus offene Ohren finden. Sie haben vermutlich die Trends dieses Jahres ausgenutzt. Jedenfalls hatten sie die Gelegenheit dazu. |
Zurück in die 90er. Es ist, als hätte es den Konjunkturabschwung nach der Jahrtausend-wende nie gegeben. Die amerikanische Wirtschaft wächst schon wieder stark, Europa und insbesondere Deutschland stagniert oder schlimmer - schrumpft sogar. Mit den neuen Wachstumszahlen für das erste Quartal steht dieses nun ziemlich eindeutig fest. Der Abstand USA - Europa ist wieder der alte ( eigentlich schon einen Tick höher ) aus den 90er Jahren. Und - der US-Aufschwung ist schon wesentlich steiler, als der letzte nach dem Konjunktureinbruch vor ziemlich genau zehn Jahren.
In den USA ist das BIP-GDP im ersten Quartal real um 1,37 % gewachsen, nominell sogar um 1,61 %. Dazwischen ist ein Deflator von 0,25 % abzuziehen, ein Idealwert, über den Greenspan sehr erleichtert sein wird. Daß die leichte Revision dieser Zahlen nach unten an der Wall Street zu Panik und einem Kurseinbruch führt, ist ein weiterer Beweis für die von Kostolanyi immer wieder zitierte verquere Börsenlogik. Allerdings gibt es in den hohen US-Wachstumsraten auch einen wesentlichen Fehler - in den Gewinnausweise der Aktiengesellschaften haben sie sich noch nicht bemerkbar gemacht. Die laufende Saison der Quartalsbilanzen ist zwar noch nicht abgelaufen, aber nach der Halbzeit liegen die Jahresgewinne des Dows bei 368,60 Dowpunkten, um 1,24 % niedriger als zu Beginn der laufenden Saison vor zehn Wochen. Über diese Phasenverschiebung läßt sich trefflich spekulieren - die Wall Street übersetzt sie in Mißtrauen gegenüber den Wachstumszahlen. Eines der beiden wichtigsten Kriterien für einen Konjunkturumschwung schlägt also noch nicht an. Dagegen Deutschland: Jubel über die kümmerlichen +0,17 % real relativ zum Vorquartal. Immerhin sind es erfreuliche +1,35 % nominell, die nur durch den hohen, fast schon Schreckensdeflator von 1,17 % so weit nach unten gesetzt werden, daß real fast nichts mehr übrig bleibt. Der Jubel bezieht sich aber auch auf das positive Vorzeichen, nach zwei Rezessionsquartalen ist das psychologisch verständlich. Dumm, daß damit zwar in amerikanischen Augen die Rezession beendet ist, in deutschen sind wir aber gerade erst hineingeraten. Denn die Jahresrate |
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25. März 2002 - Der WachstumsKommentar
Charts auf
BIP/GDP und
Inflation
ist nun unter Null gefallen, - 0,21 % sind auch gleich ganz schön happig. Daß dies auch ein Basiseffekt ist, ist ein schwacher Trost: Das jetzt herausgefallene erste Quartal letzten Jahres war hoch ausgefallen, zum überwiegenden Teil jedoch nur ein BSE- und MKS-Effekt. Den Pferdefuß des deutschen Jubelergebnisses bemerkt man erst, wenn man das Warenpaket des Bruttosozialproduktes aufschnürt und die Bestandteile analysiert. Was man eigentlich nie tun sollte, denn dann müßte man die Einzelteile auch in ihrer Historie diskutieren. Der angebliche leichte Aufschwung muß impotiert werden. Die Exporte sind um erfreuliche 1,9 % gestiegen, die Importe aber um 2,9 % gefallen. Da nur die Differenz in die Bilanz eingeht, ist dieses um die lächerlichen 0,17 % gestiegen. Ohne diesen Beitrag wäre es um 1,3 % geschrumpft. Für diesen Beitrag zum BIP kann man sich nichts kaufen, weil sich eben offensichtlich die Deutschen immer weniger kaufen können. Der andere Aspekt ist die Einbettung Deutschlands in Europa. Frankreich hat ein etwas höheres Wachstumsergebnis erreicht, Italien etwa das deutsche, und Holland hat nach einer Revision alter Zahlen eine Serie von drei Schrumpfquartalen einräumen müssen. Wenn das bei den restlichen Ländern des Euroblockes so weitergeht, werden wir uns mit einem Nullquartal abfinden müssen, nachdem schon das vierte Quartal letzten Jahres rote Zahlen in Europa geliefert hatte. Damit erhebt sich die Frage wie es weiter gehen wird. Unser US-Konjunkturmodell mußten wir zwar revidieren, aus einem JJ mußten wir ein JJ werden lassen. Unser deutsches Modell des an der waagerechten gespiegelten J bleibt jedoch bestehen, und sollte im kommenden vierten Quartal zu einem stark fallenden Ast führen. Ein Ausweg aus dieser ausweglosen Konjunktur-situation in Deutschland könnte nur eine wirkliche Steuerreform liefern, die allerdings nicht in Sicht ist. Selbst eine andere Regierung würde sich dazu nicht aufraffen können. Bei uns geht es immer nur um die Höhe der Steuergeschenke. |
Amerika im Aufschwung - Europa in der Rezession. Ist es wirklich so einfach?
Deutschland ist in der Rezession, auch Revisionen werden den Fall des Bruttoinlandsproduktes unter Null in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen nicht mehr bereinigen. Jetzt geht es nur noch darum, ob in diesem Jahr auch die Jahresrate des BIPs unter Null rutscht, und damit dann sogar die striktere deutsche Definition für Rezession erfüllt wäre. Deutschland ist damit als erste große Volkswirtschaft der japanischen Vorgabe gefolgt und Schlußlicht in Europa. Da auch die Haupt-abnehmerländer unseres Exportes Holland, Frankreich und Italien im vierten Quartal geschrumpft sind, ist das negative deutsche Wachstum relativ gut abgesichert. Allerdings hört man wieder positive Prognosen für den Jahresverlauf, seit vielen Jahren sattsam bekannt. Vielleicht kommen sie in diesem Jahr zwei Monate später als üblich, im Januar hat man wohl noch nicht gewagt wieder positiv zu denken. Und allerdings wurden sie dann bis zum Sommer alle wieder eingesammelt und eine realistischere Betrachtung setzte sich durch. Am Ende des Jahres wars dann immer nichts. Die Frage ist also - kommt es in diesem Jahr wie immer, oder gelingt uns endlich einmal der fundamentale ,turn around' zu höheren Wachstums-raten? Mehrere Gründe sprechen dagegen. Einmal sind die Energiepreise wieder hoch, deutlich höher als ihre langjährigen Mittelwerte. Dann sind die Zinsen wieder gestiegen, die schüchternen Schritte der Frankfurter EZB haben zwar kurze Laufzeiten verbilligt, lange leigen dagegen wieder höher als ihre langjährigen Mittelwerte. Dabei ist ein schwacher Trost, daß es alle zehn Jahre einmal eine Phase gibt, in der sie noch höher sind. Wenden sich also die Blicke in USA, die über den Import Europa wieder einmal aus dem Dreck ziehen sollen. Dort mehren sich die posi- |
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22. März 2002 - Der Kommentar
Wer Wachstum im Haus hat, kann sich alles leisten: Was immer Greenspan macht, Leitzinsen rauf oder runter - es bleibt richtig und er wird Zustimmung ernten. Was immer Duisenberg macht - Leitzinsen rauf oder runter - er wird Kritik ernten. Geht Greenspan mit den Leitzinsen noch einmal runter, wird man ihm die Sorge um die Konjunktur anrechnen, erhöht er sie, wird man im eine Bekämpfung künftiger Inflationsgefahren zugestehen. Geht Duisenberg mit den Leitzinsen runter, wird man ihm Schwächung des Euros vorwerfen, bleibt er beim gegenwärtigen Stand, dagegen die negativen Wachstumsraten des Euroblockes. Zweimal das Gleiche ist eben nicht das Selbe.
tiven Konjunktursignale. Zwar steigen jetzt auch dort die langen Zins-sätze, aber die kurzen bleiben sensationell tief - solange das der Notenbank genehm ist. Gigantische Konjunkturankurbelungen der US-Staaten - es gibt keine Schule mehr ohne Computernetzwerk und in jeder Schulklasse steht ein PC - und neue Steuersenkungen, die in diesem Jahr etwas höher als im letzten Jahr ausfallen, geben einen wirtschaftlichen Schub, dem Europa nur erhöhte Steuern entgegenzusetzen hat. Bleiben die kryptischen positiven Signale, die einige deutsche Wirtschaftsinstitute draußen vernehmen. Sie versuchen regelmäßig Ökonomie zu einer Geheimwissenschaft zu machen, in der einige ,Experten' früher als die Allgemeinheit den positiven Trend messen können. Überraschenderweise ist ihnen das noch nie bei einem negativen Trend gelungen. Und wenig überraschend ist, daß ihren positiven Einschätzungen in den letzten zehn Jahren nie die richtigen Tatsachen folgten. Nur - natürlich diesmal ist es anders. Diesmal steht der Aufschwung vor der Tür. Aber eben auch der Wahlkampf. |
Legal - illegal - ...egal, Abschwung - Rezessiönchen - Rezession?!
Es wird kaum ein Klischee ausgelassen, die Rezession in Deutschland zu verniedlichen. Sind wir eigentlich blind?
Da wären die Amerikaner, die sich in einer heftigen Rezession befänden, die uns - die unschuldigen Deutschen - mit nach unten ziehen!
Unsere Zahlen seien ja nicht so schlimm, die amerikanischen wären viel schlimmer! Wir täten ja immer das Richtige und viel, um für Wachstum zu sorgen. Schließlich hätte Reagan vor 20 Jahren auch nichts getan und dann 20 Jahre Boom geerntet. Wir hätten dagegen unser Bündnis für Arbeit und damit schon - ausreichend - für Arbeitsplätze und Wachstum gesorgt!
Und Dergleichen mehr! Nur die Fakten sprechen eine andere Sprache. Deutschland ist Schlußlicht bei Wachstum, Steuereinnahmen und Unternehmensgewinnen ( wenn sie steigen, dann durch den Export ins Ausland ) und nur Spitze bei den Arbeitslosenzahlen. Innerhalb der EU - außerhalb ist nur Japan nicht zu schlagen.
( Diese Argumente waren zu hören, aber nicht jeder der Beteiligten hat sie alle vertreten, die Dame vom Tagesspiegel sogar nichts von dem ).
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24. Nov 2001 - Die Glosse Im heutigen Presseklub der ARD!
Die Anwort:
Es darf ja wohl nicht wahr sein, daß die Deutschen nach 25 Jahren des Trittbrettfahrens den ruckartig bremsenden US-Zug dafür verantwortlich machen, daß sie vom Trittbett geschleudert werden. Wer sagt denn, daß sich die Europäer alle Segnungen des Sozialstaates leisten dürfen, die Amerikaner aber darauf verzichten sollten, um den Deutschen über den Export ihre sozialen Wohltaten weiter zu erhalten? Nach 25 Jahren müßte es eigentlich langsam möglich werden, daß die Europäer auch mal die Amerikaner mit durchziehen, indem sie ihnen ihre Überschüsse abkaufen. Europa als verlängerte Werkbank Amerikas, die das liefert, was die Amerikaner selbst nicht mehr herstellen können, darf keine Dauerlösung sein.
Unsere Zahlen BIP/GDP sind schlimm, man muß sie nur lesen! Die der USA sind besser - um ökonomische Lichtjahre.
Unser Bündnis für Arbeit ist nichts anderes als Arbeitsmarkt-probleme durch Stammtischreden lösen zu wollen (Orginalzitat Barron's). Wenn es uns nicht gelingt, Arbeitsplätze zu schaffen, warum versuchen wir es nicht einmal mit der Reagan/ Lafferschen Art des Nichtstuns. Etwa durch Rücknahme der Einkommenssteuern (nein nicht von 91 % wie bei Jimmy Carter) sondern nur von unseren über 50 % (inklusive Kirchensteuern) auf die US 29 % von 1980. Das ist natürlich richtig. Es wird auch so gesehen. Wenigstens die nackten Zahlen bei den Steuereinnahmen, Arbeitslosen und Unternehmensverlusten werden noch als solche bezeichnet.
Wenn die Probleme weiter derartig verniedlicht werden, wird aus einer Rezession eine Depression! Die wir dann vermutlich als Rezession wahrnehmen.
Übrigens kann man über das Internet www.Incorporate.COM ganz einfach eine Firma in den USA gründen. |
Greenspan hat den Zugriff auf die Aktien wieder verloren, den auf die Zinsen aber zurückgewonnen. So schlecht ist die Nachricht gar nicht, denn noch mehr Leitzinssenkung in den USA und die 40 Milliarden Dollar Steuersenkung, die in diesen Tagen den amerikanischen Steuerzahler erreichen, wären zusammen doch wohl zuviel des Guten gewesen. Greenspan hat ein Problem. Nachdem er vor einem Jahr mit den beiden letzten Leitzinserhöhungen weit über das Ziel der Inflationsbekämpfung hinausgeschossen ist, muß er jetzt aufpassen, daß er die Schraube nicht wieder überdreht - diesmal in die andere Richtung. Was dann, vermutlich im nächsten Jahr, zur nächsten Konjunkturüberhitzung führen würde, nachdem die letzten Leitzinserhöhungen zu einem viel tieferen Konjunktureinbruch geführt haben als beabsichtig wurde. Schließlich gibt es in den nächsten Jahren noch höhere Steuer-senkungen. Deren Wirkung wird allgemein unterschätzt. Man hat zu wenig Erfahrung damit - wo gab es schon richtige Steuersenkungen über ein paar Steuergeschenke hinaus. Massive dieser Art liegen genau zwanzig Jahre zurück, und das Gedächtnis ist kurz. Jüngere Marktteil- |
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22. Aug 2001 - Der Kommentar
Mangels überzeugender Signale für eine Konjunkturwende in den USA, reagieren die Märkte enttäuscht auf die ihrer Meinung nach zu geringe Rücknahme der US-Leitzinsen. Aber der Aktienmarkt war schon vor dieser Nachricht nach unten durchgebrochen und hatte sich den Weg nach unten in Richtung des Jahrestiefs freigeschaufelt. Ihn dabei zu stoppen verlangt einen ,turn around' bei den Unternehmensgewinnen, die immer noch der verläßlichste Konjunkturindikator sind. Genau das ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, im Moment fallen sie noch weiter zurück. Der aktuelle Stand im Dow Jones ist 394,34 Dowpunkte ( KGV 26 ), nachdem es am Jahresanfang noch einen Rekordstand von 564 gegeben hatte. Das gilt zwar nur für den Dow Jones, und der ist nur ein kleiner Ausschnitt der Wall Street, beschreibt die prekäre Situation aber angemessen.
nehmer haben die drastischen Auswirkungen auf die Wirtschaft nicht einmal am eigenen Leibe mitverspürt. |
Greenspan hat die Aktienmärkte voll in den Griff bekommen, dafür aber die Kontrolle über die Zins-märkte verloren. Fünf Leitzinssenkungen in einem halben Jahr, die sechste wird folgen. Dann werden FedFunds um insgesamt drei Prozentpunkte niedriger liegen als zu Jahresanfang - wann hat es das in den USA je gegeben? Sieht man sich die bisherigen fünf Senkungen genauer an, die teilweise zwischen den FED-Sitzungen die Märkte überraschten, dann hatten sie alle eigentlich nur einen Zweck - einen Absturz der Wall Street zu verhindern. Besonders die bisher letzte im Mai hatte aber genau diesen Zweck, denn charttechnisch stand die Wall Street schon wieder auf Abbruch. Lediglich bei der ersten ist diese Motivation Greenspans nicht ganz genau festzumachen. Aber auch hier darf man das vermuten. Der Crash 2000 war in seinem zeitlichen Ablauf nämlich ziemlich untypisch: Statt im Herbst, begann er bereits im Frühjahr. Man kann zwar argumentieren, daß die tolle Rallye davor eine Übertreibung war, die eine Korrektur notwendig werden ließ, aber seit Mitte der 80er Jahre finden solche Korrekturen nun mal im zweiten Halbjahr statt. Nach einem solchen Einbruch sollte sich die Lage dann bis etwa Mitte Dezember so beruhigt haben, daß ab Januar bis in den Sommer die Börse wieder Rückenwind hat. Diesmal war alles anders. Der Einbruch zu Anfang Januar ging in seinem Ausmaß schon zu weit, wurde dann ab der dritten Woche aber wieder aufgeholt. Als die Reparatur Anfang Februar beendet sein sollte, ging alles schief. Seitdem muß Greenspan immer wieder eingreifen. Sein eigentliches Ziel, die Inflationsbekämpfung, geriet dabei völlig aus dem Blick. Bei einem Deflator im GDP von annualisiert deutlich über 2 Prozent, müßte er eigentlich handeln und die Leitzinsen heraufsetzen. Das paßte natürlich überhaupt nicht in die eingetrübte konjunkturelle Landschaft. Zwar ist keine Rezession in Sicht, aber der Abschwung ist mit den neuen Quartalszahlen für das Bruttosozialprodukt des ersten Quartals nun offensichtlich geworden. An den wieder höheren Raten ist zu bemängeln, daß sie hauptsächlich im Januar zustande kamen, als der wetterbedingte Einbruch des vierten Quartals 2000 aufgeholt wurde. Genau wie sich zuvor der angebliche Abschwung des zweiten Halbjahres 2000 trefflich ironisieren ließ, kann man jetzt die höheren Wachstumsraten des ersten Quartals relativieren. Damit wären die Weichen für Zinssenkungen nun gestellt, Inflation einmal hintangestellt. Diese ist hauptsächlich auf die Energiekrise des Jahres 2000 zurückzuführen und dürfte in den nächsten Jahren stetig |
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18. Mai 2001 - Der Kommentar
zurückgehen. Es ist eben Pech, daß diese alle zehn Jahre eintretende Energiekrise mit ihrem Inflationsschub auf einen Abschwung traf, der zwar in der ,old economy' noch kaum auszumachen ist, aber auf die Sättigung im Hightech-, insbesondere im Telekommunikationssektor, traf. Nur - die Zinssenkungen werden gar nicht wahr. Die tolle Rallye der internationalen Bondmärkte seit dem Sommer 2000 ist nämlich genau in dem Moment beendet worden, als Greenspan sie durch seine letzten beiden Leitzinssenkungen nochmal beschleunigen wollte. Die kurzen Sätze fallen zwar stark - und nehmen die Leitzinssenkungen immer wieder vorweg - aber die langen haben nach oben gedreht. Die Renditestrukturkurve des US-Bondmarktes wird immer steiler und die Chartformationen sind eindeutig: Die Zinsversteifung kann noch über den Sommer hinweg anhalten. Es ist zwar schön, wenn im Interbankenhandel niedrige Zinsen bezahlt werden müssen, leider gibt es aber keine Tagesgeldhypotheken. In der Wirtschaft und besonders beim Verbraucher sind lange Laufzeiten gefragt, also etwa ab fünf Jahren. Wenn sich hier nichts tut, wird die Ankurbelung durch Leitzinssenkungen verpuffen. Glücklicherweise haben die Amerikaner noch ein zweites Ass im Ärmel - die Steuersenkungen, die jetzt gerade die Hürden des Senats passieren. In leicht gekürzter Form finden sie auch unter den demokratischen Senatoren Anhänger. Eigentlich ist es ungewöhnlich, daß Greenspan am Bondmarkt so wenig ausrichten kann. In diesem Ausmaß ist das bisher in den letzten zwanzig Jahren nicht passiert. Vielleicht hat er aber sogar das bessere Steuerungsinstrument in Hand bekommen. Die Überschüsse der öffentlichen US-Kassen lassen den Bondmarkt schrumpfen. Ihn und die Geldpolitik durch Käufe/Verkäufe der Notenbank zu steuern, fällt damit immer schwerer. Seine Rolle als größter Kapitalmarkt der Welt hat er schon vor drei Jahren an Wall Street abgeben müssen, die durch die hohen Kursgewinne und einer Flut neuer Aktien explodiert ist. Geht die Phase der Überschüsse der öffentlichen Kassen nicht zu Ende, nur eine kräftige Rezession könnte dies verhindern, wird der Bondmarkt ohnehin verschwinden. Bonds sind nun mal ,deficite bonds' und damit ein Übel, das dann nicht einmal mehr notwendig ist. Eine systematische Finanztheorie des Staates ohne Haushaltsdefizite müßte eine Theorie der Einflußnahme der Notenbank auf den verbleibenden Kapitalmarkt, den Aktienmarkt, entwickeln. |
Die globale Wirtschaftslage hat sich geändert.
Der Dollar wirkt wie ein Wirtschaftsbarometer. Technisch steigt er auf die uralte Chartmarke aus dem letzten Jahr und dem Ende der 80er Jahre bei 2,20 DM zu (0,8990 $/DM). Ein Sprung darüber würde wieder eine mittelfristige Weichenstellung nach oben bedeuten, mit Kurspotential sogar über 2,50 DM noch in diesem Jahr. Sein unterer Katastrophenpunkt, unter dem er eine große Gipfelformation vollendet und sogar die 12-jährige, bereits in der Telebörse diskutierte Untertasse zerschmettert hätte, also mit Absturzpotential, liegt weit unter den aktuellen Kursen - bei 2,02 DM. Nun ist der Dollar eine ziemliche verlässliche Anzeige für den relativen Zustand der Volkswirtschaften jen- und diesseits des Atlantiks - und die japanische ist auch noch mit drin, denn oft, aber nicht immer, steigen oder fallen DM und Yen gemeinsam relativ zum Dollar. Dem Dollaranstieg entnehmen wir, daß die amerikanische Wirtschaft zwar bremst, aber doch nicht auf das deutsche Nullniveau zurückfällt. Böse gerechnet, lag das nominelle Wachstum des vierten Quartals mehr als zehnmal so hoch wie das deutsche. Tatsächlich müssen die US-Wachstumszahlen für das jetzt zu Ende gehende erste Quartal - die aber erst Ende April bekannt werden - zeigen, ob der Abschwung der beiden Vorquartale weitergeht, oder ob die Einmaleffekte aus dem dritten und vierten Quartal 2000 zu einer Nachholkonjunktur führen. Dagegen müssen die für Deutschland - sie erfahren wir einen Monat später - zeigen, daß die Wachstumsverlagerung, -Flucht wäre eine angemessenere Bezeichnung, aus Deutschland zu den westlichen Nachbarn gestoppt ist. Keinesfalls darf man mit höherem europäischem Wachstum rechnen. Was Holland und Frankreich zulegen, stammt aus |
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22. März 2001 - Der Kommentar Charts auf BIP/GDP Inflation
dem Abbau östlich des Rheins. Über die Fläche gemittelt, und einige boomende Randstaaten mal außen vor gelassen, dürfte Europa leicht zurückfallen, und nur bei einem stärkeren Einbruch der US-Konjunktur wirklich den deutschen Weg gehen. Bei einem schnellen Absturz der Japaner, die sich in einer Art Todesspirale befinden ( Artikel in Die Welt vom 11. Nov 1997 ,Tokio bleibt die offene Flanke der Weltwirtschaft', hier auf den Währungsseiten ein Nachdruck ) würden die USA und Europa mitgerissen werden. Allerdings schätzen wir den Einfluß auf die Amerikaner geringer ein, als den auf die Europäer. Schon bei der Ostasienkrise vor drei Jahren hat sich gezeigt, daß die Europäer stärker involviert waren als die vorsichtigeren Amerikaner. Vor allem die europäischen Banken hängen voll in den japanischen Bankenlöchern fest. Umgekehrt ist die vor fünf Jahren so stark diskutierte Gefahr für den US-Bondmarkt durch die gigantischen japanischen Bestände an US-Bonds klammheimlich gelöst worden. Die Repratrierung dieser T-Bonds hat in den letzten Jahren den Yen in abenteuerliche Höhen getrieben. Nicht das US-Zinsniveau geriet in Gefahr - wie damals vermutet - sondern die schon schwache japanische Volkswirtschaft, die den hohen Yenkurs nicht verkraften konnte. Diese Lage dringt zwar in die Köpfe der Devisenhändler, aber nur langsam in die der Volkswirte ein. Noch halten diese in den USA die Lage für mindestens gleichschlecht wie die Stimmung, in Deutschland aber für wesentlich besser. Das kann sich genauso schnell verflüchtigen, wie der langjährige Optimismus bezüglich Japans. |
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Reagan, Bush und der Dollar Um einen Wechselkurs zu beleuchten, ist es notwendig die Verhältnisse auf beiden Seiten des Bruchstriches zu verstehen. Bei DM/Dollar haben sich in den letzten beiden Jahren die politisch-ökonomischen Voraussetzungen der beiden Seiten durch Wahlen radikal verändert. Bush steigt mit seinen ersten Gesetzen in Reagan's Fußstapfen, vor allem durch Steuersenkungen, die zwar längst nicht so radikal wie die vor zwanzig Jahren sind, sich dadurch aber im Parlament leichter durchsetzen lassen. Auf unserer Seite des Bruchstriches ist dagegen der Regulierungswahn ausgebrochen. Nach Scheinselbstständigenjagd und 320-Markgesetz zwingt jetzt das neueBetriebsverfassungsgesetz der Wirtschaft neue Regulierungen auf, die im Unterschied zu den bisherigen nicht nur indirekt, sondern sofort und direkt kostentreibend wirken. Die deutsche Regierung arbeitet genauso konsequent und radikal ihren Wählerauftrag ab, wie das umgekehrt Bush in den USA versucht. Natürlich ist die Stärkung der Macht der Gewerkschaften genau das Gegenteil von dem was in den USA vor sich geht. Vor zwanzig Jahren bekam Reagan die Deregulierung in den Griff, weil er den Gewerk-schaften nicht unterlag. Piloten und Fluglotsen flogen nach einem ver-
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15. Feb 2001 - Die Dollarprognose
suchten Generalstreik raus, die meisten bekamen keinen Job mehr. Die die blieben, ließen eher ihre Flugesellschaft draufgehen, als auf ihre riesigen Gehälter zu verzichten - Panam. Von den US-Gewerkschaften hat man seitdem nichts mehr gehört. Regulierungswahn einerseits, Senkungswut (Steuern, Zinsen) auf der anderen, das hat natürlich Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die eine wird weiter abgewürgt - die hohe deutsche Inflationsrate im Januar spricht Bände. Die andere wird angeheizt, alles wie schon vor zwanzig Jahren, jedoch wegen des relativ langen Zeitabstandes nicht mehr unbedingt im Kurzzeitgedächtnis. Damals hat dieser Unterschied auf den beiden Seiten des Bruchstriches aber noch eine weitere Konsequenz gehabt: Der Dollar stieg über 3,40 DM. Wenn sich die Geschichte wiederholt, stehen wir vor der nächsten Dollarrenaissance. Damals ließ diese allerdings einige Jahre auf sich warten.
Die Prognose ,DM/Dollar über 2,65 DM bis zum Juli 2006, und im Jahre 2010 ist der Dollar über 3 DM gewesen', ändern wir damit ab: Indem wir die beiden Zeitpunkte um zwei Jahre vorverlegen. |
Machen Sie Ihren Altersicherungsfonds selbst
Das neue Alterssicherunggesetz ist eine Mogelpackung. Der Bürger soll einen Teil seiner Alterssicherung in den Kapitalmarkt investieren, um ihm nach Eintritt in den Ruhestand eine Zusatzrente zu sichern. Bei seinem Tod verfällt das Kapital. Es handelt sich also tatsächlich um eine Art Zukunftssicherung - des Staates, der auf diese Weise diejenigen enteignet, die zu früh sterben. Für die Erben, also den Ehepartner und vor allem die Kinder bleibt nichts. Kinderfeindlich - wie alles in diesem Staat. Dem Bürger, vor allem auch den jungen, der im Regelfall eine Familie gründen wird, kann man da nur raten, diese Regelung so wenig wie möglich in Anspruch zu nehmen. Die Idee ist aber so gut, daß man sie selbst neu erfinden sollte. In den Kapitalmarkt zu investieren, ist nach den Erfahrungen der letzten fünfzig Jahre verlockend. Wenig attraktiv ist dabei die Anlage in die Defizite des Staates - der auch Bankrott machen kann, man denke an Japan. Nach allen Erfahrungen, selbst über die Katastrophe des zweiten Weltkrieges hinweg, ist die Anlage in Aktien das sicherste. Bei genügend breiter Streuung bleibt Privatvermögen die langfristig in Bezug auf Sicherheit und Rendite optimierte Anlageform. Durch die neuen Indexaktien, zum Beispiel die der deutschen Börse, ist dies möglich geworden, wobei durch die Art der Konstruktion dieser Indexaktien eine Art maximaler Risikominimierung eingebaut ist. Genaueres über diese ersten deutschen Indexaktien auf der Webseite www.ExchangeTradedFunds.DE der deutschen Börse. 36 existieren bereits, die Indexaktie, die wir vorziehen, hat das Tickersymbol EXW3 und die deutsche WertpapierKennNummer 593394. Aber auch der Weltindex WKN 765435 der Luxemburger Unico ist äußerst attraktiv. |
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14. Feb 2001 - Der Ratgeber
Sie bildet den Dow Jones Stoxx 50-Index ab, genauer - ihr Kurs ist immer ein hundertstel dieses Indexstandes. Der Grund der Wahl dieser speziellen Indexaktie liegt in ihrer breiten Streuung über viele europäische Länder hinweg. England und die Schweiz gehören nicht zum Euroblock, und sind mit ihrem politisch-ökonomischen System politischen Anfechtungen gegenüber gefeiter, als z.B. die mitteleuropäischen Flächenländer Deutschland, Frankreich und Italien. Kommunistische Minister sind dort undenkbar. Mit einer stärkeren Performance beider Aktienmärkte darf in den nächsten zehn Jahren gerechnet werden. Die der Wall Street dürfte sie aber nicht erreichen. Amerikanische Indexaktien sind in jedem Fall vorzuziehen, auch wenn sie in Dollar notiert sind. Für in Deutschland Steuerpflichtige sind sie nicht zu empfehlen. Sie werden in Deutschland prohibitv besteuert, fast schon enteignet. Der steuerliche Aspekt ist auch der einzige Nachteil. Trotzdem empfehlen wir, konsequent auf jede steuerliche Förderung zu verzichten. Auf lange Sicht entstehen derartig große Kapitalien, daß die notwendig zunehmende Begehrlichkeit der Steuergesetzgebung jede Performance unmöglich machen kann. Denn Eines ist sicher: Mit der Dauerstagnation in Deutschland wird diese Begehrlichkeit wachsen. Das Problem regelmäßig anfallender Dividenden ist damit der einzige Nachteil dieser Anlage. Sie müssen versteuert werden, und zwar von allen, auch denen, die dieses Kapital nicht im eigenen Land verwalten lassen. Dem Staat entgeht damit diese Alterssicherung nicht, und das macht sie verletzlich. |
Über Steuersenkungen und Steuergeschenke
Nimmt der Staat die Steuern zurück, dann ist es für den Bürger eine schöne Sache, für die Staatsfinanzen aber nicht. Das ist jedenfalls das, was man zuerst vermutet. Das ist allerdings falsch - die erste Vermutung teilweise, die zweite vollständig. Normalerweise kommen aus einer gesenkten Steuer dann höhere Einnahmen, denn dort wird mehr investiert, es kommt zu höheren Umsätzen und damit wieder zu höheren Steuereinnahmen. Bei einer völlig abgeschafften Steuer sucht sich das für den Bürger freiwerdende Kapital andere Wege, wo es dann wieder zu höheren Steuereinnahmen kommt. Der Effekt läßt sich durch ein Jot beschreiben - zunächst geht es nach unten, in die falsche Richtung, dann wendet sich das Bild und man gerät in den steilen senkrechten Ast des Jots. Manche Steuersenkungen sind aber gar keine, sie sind Geschenke, die zunächst wohltun, auf lange Sicht aber zu niedrigeren Steuereinnahmen führen. Auch dieser Effekt wird durch ein Jot beschrieben, nur ist es an der Horizontalen gespiegelt. Zunächst kommt es zu einem kleinen Anstieg - dem Strohfeuer - dann geht es mit Wucht in die falsche Richtung, also nach unten. Im einen Fall kommt es zu einer Steuerspirale nach unten mit einem fallenden Staatsdefizit, im anderen zu einer nach oben, d.h. steigendem Staatsdefizit und schlußendlich dem Staatsbankrott. Diese Entwicklung haben nach dem zweiten Weltkrieg viele Staaten durchgemacht. Staat, Sozialstaat, Wohlfahrtsstaat, Kommunismus schien die unausweichliche Entwicklung zu sein, bis eben Reagan wenigstens in Amerika das Steuer herumwarf, und Margaret Thatcher in England. Deutschland ist dem nicht gefolgt, Schweden hat es aber durchaus geschafft, diesen Abstieg umzukehren. |
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10. Feb 2001 - Der Kommentar
Amerika schlägt nun ein zweites Mal die richtige Richtung ein, nachdem George Bush der Ältere und besonders Clinton Reagans Weichenstellung verwässert haben. Bush Senior wurde vor allem deswegen abgewählt, sein Sohn versucht nun den gleichen Fehler zu vermeiden. Wegen der Radikalität der Auswirkung kann man es auch mit der Zündung der zweiten Stufe einer Rakete vergleichen. Wie in diesem Bild, führt es unweigerlich zum Abheben. Deutschland hat, vor allem in der Endphase der Regierung Kohl, den revolutionären Schritt nicht gewagt. Die Regierung Schröder beschritt von Anfang an den falschen Weg. Steuergeschenke wurden sofort wieder eingesammelt - per Gegenfinanzierung, und man freut sich über die steigenden Steuereinnahmen. Auf den Irrweg der Regierung Kohl, die steuerlichen Möglichkeiten bis zum Anschlag auszureichen, sattelt man drauf. Wenigstens wird der grüne Punkt ,Öko' draufgeklebt. Fazit: Steuersenkungen müssen sozial ungerecht sein, sonst wirken sie nicht und sind nur Steuergeschenke. Auf den Punkt gebracht: Nur wenn die Reichen reicher werden, werden auch die Armen reicher. Werden die Reichen ärmer, werden auch die Armen ärmer, auch wenn sie zunächst mehr Geld in der Tasche haben! Es ist eben genau das Gegenteil von Sozialismus. Das ist für einen gewissen Typ von Politiker unverständlich und für einen gewissen anderen Typ natürlich unannehmbar. Politiker verstehen sich in der Regel als Geldverteiler, sie wollen soviel wie möglich einnehmen um soviel wie möglich austeilen zu können, natürlich an ihre potentielle Klientel. Auf die Idee, dem Bürger das Geld - und die Verantwortung - zu lassen, damit er es selbst investieren kann, kommen die einen nicht. Für die anderen ist es der pure Kapitalismus. Aber der hat nun mal gesiegt! |
Bush stellt seine Steuersenkungen vor - Reagan läßt grüßen
Bush startet wie Reagan vor 20 Jahren. Steuern werden gesenkt oder besser noch, abgeschafft. Die Abschaffung der ,estate tax' ist eher eine Deregulierung, ihre Abschaffung macht das Leben leichter - für die, die sie bezahlen genauso wie für die, die sie einsammeln müssen. Die Senkung der Progession, eine Strafsteuer fürs Heiraten, entspricht der christlichen Einstellung Amerikas. Hier wird ein wichtiges Wahlgeschenk eingelöst. Hätte Clinton sie abgeschafft, hätte er Bush nicht diesen billigen Triumpf verschafft. Jetzt recht sich eben, daß Clinton die vielen Steuersenkungsanträge der republikanisch beherrschten Häuser durch sein Veto abgeschmettert hat. Die Erhöhung der Kinderfreibeträge kann man abhaken, sie trifft natürlich genau die richtigen, und ist pure soziale Gerechtigkeit. Schwer wiegt die Senkung der Einkommenssteuer. So hat Reagan (unter dem Einfluß A. Laffers) seine Präsidentschaft begonnen. Jetzt will Bush die Steuersätze senken, den Eingangssteuersatz von 15 auf 10 %, den Spitzensteuersatz von 39,6 auf 33 % (davon können Europäer nur träumen)! Kritiker haben den beiden damals vorgeworfen, eine Phase fiskalischer Voodoo-Ökonomie gestartet zu haben. Anhänger sehen in dieser Steuersenkung die Ursache für das amerikanische Wirtschaftswunder, das zu einem Dauerboom und heute zu Haushaltsüberschüssen geführt hat, die gerade die 400 Milliardengrenze hinter sich gelassen haben. Die Demokraten im Senat, letzter Bastion des demokratischen Amerikas, haben schon angekündigt, die Steuerentlasung auf die Hälfte zusammen zu streichen, was immer noch das doppelte wäre, womit Gore in den Wahlkampf zog. Fragt sich natürlich, ob ihre 50 % im Senat dazu ausreichen. Zumal Greenspan schon mit seiner Rede vor dem Senat vorgearbeitet hat. Die Fernsehaufnahmen waren meisterhaft, sie fingen hinter dem Vordergrund Greenspan Hilaries Gesicht ein - es war wirklich dick. Mr. Tom Daschle, demokratischer Wortführer im Senat, hatte die Lacher auf seiner Seite, als er mit einem Lexus vorfuhr und darauf hinwies, daß die Steuersparnis für einen Reichen genau einen Lexus ausmacht, für einen Durchschnittsarbeiter aber gerade mal seinen Schal. Genau hier liegt der Punkt. Es ist zwar logisch, die am meisten zu entlasten, die auch die meisten Steuern bezahlen, aber es ist auch
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10. Feb 2001 - Der Leitartikel
höchst unsozial. Natürlich muß man da einschränken und alle diejenigen bei den unsozial Behandelten herausnehmen, die durch das angeheizte Wachstum - es wird auch diesmal wieder kommen, nur schneller - so viel mehr verdienen, daß sie in die nächste Steuerklasse aufsteigen und deswegen mehr an Steuern bezahlen. Es ist nämlich das Schicksal dieser ,Steuersenkung', die eher eine Erhöhung ist, daß sie zu mehr Handel und Wandel führt und damit auf mittlere Sicht zu höheren Steuereinnahmen. Nach den Erfahrungen der 80er Jahre ist es genau nur diese Art der Steuersenkung, die das leistet. Diese höheren Steuern können dann natürlich wieder zurückgegeben werden, so lange bis Steuern wieder das geworden sind, was sie im Lutherdeutsch einmal waren - der Zehnte. Für Deutsche und Europäer hat das eine unliebsame Konsequenz: Wir können nicht mithalten, müssen wir doch jede Steuersenkung durch Gegenfinanzierung bezahlen. Wobei die Gegenfinanzierung immer eine Steuererhöhung an anderer Stelle ist. Beides zusammen erhöht den Staatsanteil stetig. Das kostet Wachstum, das sich immer mehr nach Amerika verlagert. Das passende Modell ,kommunizierende Röhren' stammt aus der Physik. Wir schlagen uns mit ganz anderen Problemen herum - Regulierungen, also der Rolle rückwärts. Diese wird uns als ,Reform' veralteter Gesetze verkauft. Kaum eine Regierung hat nach dem Krieg so viel reguliert - nicht dereguliert - wie die gegenwärtige. Übrigens kaum eine Phase in der deutschen Nachkriegsgschichte hat soviel dereguliert wie die letzten beiden Jahre der Regierung Kohl. Was uns jetzt als Deregulierung verkauft wird, etwa die Börsengänge öffentlicher Versorgungsunernehmen, kann man getrost der alten Regierung zuordnen, die das durchgeboxt hat. Unter dem Etikett Modernisierung wird uns jetzt eine weitere Regulierung vorgesetzt, das neue Betriebsverfassungsgesetz. Dabei werden 640 Mark-Gesetz und Scheinselbstständige glatt vergessen. Alles das bezahlen wir mit Wachstum. Zurück nach Amerika: Der neue Finanzminister O'Neill ließ auch schon die Katze aus dem Sack für die nächste Steuersenkung, nachdem diese durch sind: Abschaffung der ,corpate income tax', also der Einkommenssteuer für Betriebe. Schön wäre es, wäre es dann doch möglich die Firma EarningCharts.NET über das Internet in minutenschnelle zu gründen. Eine Internetadresse in Delaware macht das möglich. |
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Rezession in den Köpfen - wo bitte geht's hier zur Rezession?
Rezession ist, wenn CNN und CNBC und Greenspan davon sprechen? Unter dem Trommelfeuer der Fernsehkommentare fallen die Erwartungen für die US-Konjunktur in den Keller, gleich wie man sie mißt. Vor allem die Gewinnerwartungen für das Jahr 2001 fallen steil, bei den Sentimentindikatoren genauso wie bei den Gewinnerwartungen der Analysten in den Banken und Brokerhäusern. Aber gemach, so schnell schießen auch die amerikischen Preußen nicht. Einige Indikatoren sprechen statt für ein ,landing' - gleich welcher Art - eher für eine sanftes Abheben. Zum Beipiel müßten die ,home sales' bei einem Konjukturabschung fallen - das Gegenteil ist der Fall. Im vierten Quartal 2000 marschierten sie mit Rekordzahlen weiter nach oben. Und die Hypothekenanträge des Januars sprechen für eine ungehemmte Lust am Eigenheim auch im neuen Jahr. Dafür hat der Konsument das Geld, denn die Gehälter der Beschäftigen steigen weiter steil und die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden ebenfalls. Die Arbeitsmarktdaten passen also nicht zu einem Konjunkturabschwung. Der Anstieg der Arbeitslosenrate im Januar ist zum Beispiel zur Hälfte nur auf den demographischen Effekt
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7. Feb 2001 - Die Glosse
Kann es sein, daß der befragte US-Bürger die negative Erwartungshaltung der Befrager abnickt, dann nach Hause eilt um weiter mehr zu arbeiten, mehr zu verdienen, mehr zu konsumieren und das neue Haus zu planen?
eines höheren Arbeitskräftepotential zurückzuführen. Unsere ,large cap' Indizes sprechen ebenfalls eine eindeutige Sprache, wenn auch die Beschänkung auf die zwanzig größten Aktien nicht die gesamte Wall Street abdeckt. Die jetzt gerade gemeldeten Gewinne der Pharmaaktien - die fünf gehören zu den größten Aktien der Welt - steigen steil. Ebenso die des ,large cap'-Index, der immerhin mit General Electric, ExxonMobil, AIG und Citigroup schon einen nicht mehr ganz kleinen Teil der Marktkapitalisierung Wall Streets ausmacht. Die Gewinne der großen Aktien unseres Konsumindex steigen jetzt ebenfalls seitwärts. Nur die Hightechs machen Sorgen, sie stagnieren wirklich, weil jede positive Gewinnmeldung durch eine gleichgroße negative sofort wieder aufgehoben wird. Beit einem Anstieg der Jahresgewinne um aktuell 58 %, im Kalenderjahr 2000 waren es sogar 62 %, kann das alledings schon mal vorkommen. |
Die Macht des Präsidenten - Greenspan gibt nach
Greenspan hält jetzt doch Steuersenkungen für richtig, zu mindestens wenn sie mit einem Abbau der Staatsschulden einher gehen. Letzteres ist keine Einschränkung, denn die Staatsschulden bauen sich von selbst ab. Wenn nämlich keine neuen aufgenommen werden, alte Anleihen laufen automatisch aus. Bush hat damit eine wichtige Hürde im Kampf um Steuersenkungen genommen, es bleiben nur noch die Querköpfe im Senat, denen Greenspan nun den Wind aus den Segeln genommen hat. Dabei mußte er nicht einmal jemanden als ,ass' bezeichnen und seine Geheimwaffe einsetzen - das umwerfend schiefe Grinsen. Der Präsident hat Fortune, von Inflationsgefahr war bei Greenspan diesmal nicht mehr die Rede - nicht einziges Wort. Dagegen war die Rede von der ,Gefahr' steigender Haushaltsüberschüsse - deren Konsequenzen noch genauer überlegt sein wollen. Allerdings spricht Greenspan von Nullwachstum im vierten Quartal. Halb so schlimm, eine Reihe von Sonderfaktoren geht |
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25. Jan 2001 - Der Kommentar
da ein. Wie im dritten Quartal dürfte der Staatsanteil am Bruttozozialprodukt zurückgefahren worden sein - wenn jeder potentielle Kriminelle einen Job hat, hat er keine Zeit mehr für Kriminalität und der Staat braucht keine Gefängnisse zu bauen. Die Jahrhundertkälte im November bis in den Dez hinein trägt zum Nullwachstums bei und dann auch noch der unverständliche Energieausfall im Powerland Kalifornien. Mindestens die beiden letzten sind Einmaleffekte, die später wieder ausgebügelt werden. Die Zinsen können damit weiter fallen, wie die Steuern. Jedoch werden durch niedrigere Steuern die öffentlichen Überschüsse wachsen - nicht fallen. Wenn das laut Greenspan ein Problem ist, es wird größer. Die einzige Möglichkeit, dieses Problem zu vermeiden, wäre eine Rolle rückwärts, d.h. sie a la Clinton/Gore zu verschleudern. Kein Wunder also, daß sich die demokratischen Senatoren über Greenspans Wende giften. Ihnen wird das schönste Instrument staatlicher Fürsorge aus der Hand genommen - nämlich einen Teil der Bevölkerung vom Sozialscheck abhängig zu halten. |
Bush - der unterschätzte Stratege Jetzt reden sie wieder, die Möchtegernstrategen, die sich lautstark und wortreich über die vermeintliche Dummheit amerikanischer Präsidenten beklagen. Was war doch der jetzt ausgeschiedene Präsidient Clinton provinziell, als er vor acht Jahren antrat. Dabei hat er seine Sache eigentlich recht gut gemacht, jedenfalls unter Berücksichtigung der Umstände. Sicher - seine zu ehrgeizige Frau hat ihm vor sechs Jahren die Mehrheit in den Häusern gekostet, wonach er kaum noch etwas regieren konnte. Bei Bush dem älteren war man nicht gar so kritisch, umso mehr aber davor bei Reagan, dem seine B-Filme bis zum Überdruß vorgeworfen wurden. Dabei ist das Dauerwachstum der USA - und komplementär dazu die Dauerstagnation Europas - doch wohl Reagans Erfolg, fast ganz alleine. Jetzt ist Bush junior dran. Aber der hat bereits zwei strategische Glanzleistungen abgeliefert. Da war zunächst der Wahlkampf. Hätte Bush sein Stimmenpotential in Kalifornien und New York auch nur zum Teil ausgeschöpt, und seine Zeit mit Wahlkampf dort verschwendet, jetzt könnte er sich mit dem Titel schmücken, die meisten Stimmen geholt zu haben, und müßte dem Präsidenten Gore zum Gewinn der Wahl gratulieren. Die Konzentration auf die ,battle states' war eine strategische Meisterleistung. |
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21. Jan 2001 - Der Kommentar
Seine Präsidentschaft startet Bush mit einer zweiten strategischen Meisterleistung. Die ist sein Kabinett aus lauter politischen Schwergewichten, die ihn zunächst überstrahlen - einer stärker als der bzw. die andere. Wenn man sich seinen Vize Cheney ansieht, ehemals CEO von Haliburton, kann man nur staunen. Aber eine starke Crew ist noch keine strategische Meisterleistung. Nun besteht aber sein Kabinett zur Hälfte aus Farbigen, Schwarzen, Kubanern, Chikanos und Asiaten. Fast kann man schon sagen - alle starken Figuren darunter sind jetzt im Kabinett versammelt. Dabei haben nur acht Prozent der Farbigen Bush gewählt. Aber das ist gerade die Meisterleistung. Die starken darunter ins Kabinett eingebunden zu haben, garantiert ihm in vier Jahren vielleicht zwanzig Prozent - und damit die Wiederwahl. Nicht zu unterschätzen ist auch seine Frau Laura, diese liebenswürdige Mischung aus Königin Silvia und Königin Elizabeth. Als Wunderwaffe gegen Hilary Clinton eingesetzt, kann sie ihm in vier Jahren vielleicht fünf Prozent mehr Stimmen bei den Frauen bringen. Hier allerdings liegt die Meisterleistung schon zwanzig Jahre zurück - als er sie geheiratet hat. |
Über volle und nicht ganz so volle Gläser
Die
US-Wachstumsrate ist im 3ten Quartal zurückgefallen, real steht sie jetzt mit annualisierten 2,2 % im Quartal sogar ganz knapp unter der deutschen - jedenfalls nach der zweiten Revision der US-Zahlen, und nicht etwa auch nominell. Trotzdem macht es Sinn, daß amerikanische Wasserglas als 3/4 voll, das deutsche aber 1/4 voll bzw. 3/4 leer zu bezeichnen. Zunächst einmal sollte man sich vergegenwärtigen, daß die US-Wirtschaft noch im 2ten Quartal zu hoher Form aufgelaufen war, so hoch, wie seit Reagan's Zeiten nicht mehr. Gegenläufig dazu hatte Deutschland im 2ten Quartal zwar höheres reales Wachstum als zuvor, aber nur wegen der heftigen Deflation, die die schwachen nominellen Raten aufgebläht hatte. Während das US-Glas überlief, war das deutsche halbvoll geblieben, nur eine mathematische Spiegelung im Glas hatte mehr vorgegauckelt. Damit hatten sich alle Prognosen erledigt, die Stagnation in den USA und Wachstum in Deutschland prophezeit hatten. Über die Jahre hinweg und ins Unermeßliche gesteigert zur Einführung des Euros Anfang 99, war das der Grundtenor aller Vorausschauen gewesen.
Wenn man die Jahresraten nach dem schwächeren 3ten Quartal betrachtet, also Schnee aus den drei Vorquartalen seit dem dritten 99 mit einbezieht, bleibt Amerika bei 5,21 % real und 7,48 % nominell, Deutschland bei 3,41 % real und 2,99 % nominell. Nun also bestätigte das 3te Quartal all die notorischen Fehlpropheten. Aber eben nur scheinbar - der Unterschied bleibt ein halbes Wasserglas. Das im 2ten Quartal noch überlaufende US-Glas bleibt 3/4 voll, wie bereits hier (unten) festgestellt, das deutsche 1/4 voll. Man kann nur hoffen, daß die kümmerliche Inflationsrate von 0,11 % im 3ten Quartal - der Deflator, der bei uns seinem Namen alle Ehre macht - nicht auch noch unter Null revidiert wird, wie es zwei der vier Quartalsdeflatoren davor jetzt passiert ist. Genau die damit erreichten vier Quartale fallender Preise sind das Schlaglicht auf unsere deutsche Dauerstagnation. Im gegenwärtigen Szenario ist Inflation nämlich nichts Schlimmes, sondern äußerst wünschenswert - weil stimulierend. Stimulanz hätte die schwache Weltwirtschaft |
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8. Jan 2001 - Die Glosse
dringend nötig. Inflationsraten unter zwei Prozent sind wünschenswert, unter einem sind sie zu niedrig, unter einem halben Prozent wird der Bremseffekt zu stark. Ausgehend von den aktuellen Monatsindikatoren des 4ten Quartals wird nun auf eine Landung Amerikas geschlossen - weich oder sogar hart, wie manche meinen. Diese monatlichen Flatterindikatoren haben jedoch in den letzten Jahren immer wieder angeschlagen, ohne daß dergleichen Landings gefolgt wären. Zuletzt war das in den schwachen zweiten Quartalen 98 und 99 der Fall gewesen, nach denen es mit dem Wachstum erst richtig zur Sache ging. Und im übrigen zeigen diese flatterhaften Indikatoren auch keineswegs alle nach unten, einige deuten eher ein weiteres sanftes Abheben an. Und eines muß man sich immer vergegenwärtigen: Über den Export schwappt immer etwas Wasser aus dem US-Glas in das deutsche. Je weniger im US-Glas wäre, umso weniger käme im deutschen an. Ohne den Exporteffekt hätte es in Deutschland in den letzten Jahren übel ausgesehen. Wäre das US-Glas nur noch halbvoll - unseres wäre vermutlich leer. Das dritte Quartal liefert bereits erste Hinweise: die Wachstumsraten unserer größten Handelspartner Holland, Frankreich und Spanien fielen noch drastischer als die deutschen. Was nützt es uns, wenn die Volkswirtschaften Finnlands, Irlands und Portugals heißlaufen? Der Beitrag dieser Winzlinge im Euroblock ist marginal. Und dort findet man auch die Inflation, von der die EZB immer noch spricht um sie mit hohen Zinsen zu bekämpfen. Es ist müßig, über das 4te Quartal zu spekulieren. Wir haben es zwar hinter uns, die endgültigen Zahlen kommen aber erst im Februar. Einige Länder des Euroblockes - Italien und Belgien - haben noch nicht einmal die des dritten Quartals abgeliefert. Aber selbst wenn sich der US-Marsch nach unten fortsetzen würde, bei den Jahresraten bliebe ein deutlicher Vorsprung der Amerikaner vor dem Euroblock. Von Japan kann man in diesem Zusammenhang nur noch schweigen. Deren Wasserglas ist so leer, daß man keinen Tropfen mehr herausbekommt. Seit zwei Jahren trinken die Japaner aber weiter - auf Kredit. Wie lange das eine Volkswirtschaft durchhalten kann, ist eine offene Frage. Fünf Jahre wäre ein guter Ansatz. |
Die Angst vor den Steuersenkungen Bush's ist übertrieben.
Um 1,3 Trillionen Dollar will Bush innerhalb von 10 Jahren die Steuern senken. Das hört sich nach viel mehr an als es ist. Zunächst sind es in deutscher Notation nur 1,3 Billionen, was aufs Jahr gerechnet, nur 130 Milliarden Dollar ausmacht - viel für Deutschland, verhältnismäßig wenig für Amerika. Denn das im September abgelaufene US-Fiskaljahr brachte schon einen Überschuß der öffentlichen Kassen von 332 Mrd Dollar. Für das laufende Fiskaljahr werden jetzt 230 Mrd. Dollar erwartet - von denen das ablaufende erste Quartal schon etwa 75 gebracht haben dürfte. Denn dieses Quartal dürfte besser als sein Ruf ausgefallen sein. Zum Einen bringt der Weihnachtsrummel hohe Einnahmen. Wenn es weniger als im letzten Jahr werden, dann wird die Saisonbereinigung die Wachstumszahlen weit nach unten setzen, während die nominellen Steuereinnahmen gegenüber dem letzten Quartal des Fiskaljahres noch ansteigen. Und zum Anderen darf man nicht vergessen, daß das dritte Quartal noch einen Wachstumsschub um über 4 % (annualisiert im Quartal) brachte, wenn man nur den privaten Sektor berücksichtigt. Die starke Schrumpfung des Staatsbeitrags um (annualisierte) 3,6 % hat zwar das Wachstum insgesamt auf 2,16 % zurückgesetzt, nicht aber die Steuereinnahmen. Denn der Staat bezahlt zwar auch Steuern, aber nur an sich selbst. Die müssen also von den ungefähr 4 % Wachstum des nichtöffentlichen Sektors gerechnet werden. Bush hat aber auch beim Senken der Steuern einige Vorzeichen auf seiner Seite. In den letzten vier Jahren sind mehrere Steuersenkungsvorlagen nur am Veto Clinton's gescheitert. Initiativen die der republikanisch beherrschte Kongreß eingeleitet hatte. Umgekehrt wie im Deutschland der ausgehenden Regierung Kohl, wo |
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29. Dez 2000 - Fazit:
Steuersenkungen in den USA sind möglich - die Frage ist nur, ob es die richtigen sein werden. Dazu müssen sie sozial ungerecht sein - die Reichen müssen reicher werden. Dann würden schließlich auch die Armen reicher. Werden nur die Armen reicher, auf Kosten der Reichen, dann würden schließlich alle ärmer werden. Der Teufel steckt auch diesmal im Detail der Gemeinsamkeit beider großer US-Parteien. Mit einem kühnen Schritt könnte es aber trotzdem der zweite Teil der unter Reagan begonnenen großen Reformen werden.
viele Initiativen durch die sozialdemokratisch beherrschten Länder gebremst wurden, bremste in den USA der Präsident. Teilweise mit dem absurden Argument, daß es sozial ungerecht wäre, denen, die die meisten Steuern bezahlen müssen, die höchsten Ermäßigungen zukommen zu lassen. Nun ist die Mehrheit der Republikaner im Kongreß zwar schmaler geworden, aber insgesamt könnten die gleichen Vorlagen aber doch durchkommen. Zumal beide Seiten, aus unterschiedlichen Motiven, im Moment parteiübergreifende Maßnahmen beschwören. Die Schwierigkeit liegt also nur im Detail. So wirken sozial gerechte Steuersenkungen normalerweise wenig, man kann sie mit guten Gründen eher als steuergechenke bezeichnen. Beispiel sind die deutschen Steuersenkungen der Regierung Schröder, die dazu noch durch anderweitige Steuererhöhungen zurückgenommen werden. Sie haben in Deutschland ein Strohfeuer entfacht, das nun abgebrannt ist. Damit sie wirken, müssen Steuersenkungen sozial ungerecht sein. Das war z.B. vor 20 Jahren unter Reagan der Fall und erklärt den wesentlichen Teil des US-Wirtschaftswunders, das noch im zweiten Quartal 99 zu den höchsten Wachstumsraten seit damals auflief. |
Machtkampf Bush - Greenspan? Eine kleine Szene in den Nachrichten, nur im Vorbeigehen gesehen, enthüllt die Zukunft. Bush klopft Greenspan leutselig auf den Rücken, der ihm dabei - zufällig oder vom Unterbewußtsein gesteuert - den Rücken zukehrt. Die freundlich gemeinte Geste geht gründlich schief. Genauso wird die Zukunft ablaufen. Greenspan's Stellung ist völlig ungefährdet. Seine erfolgreiche Zinspolitik hat das US-Wirtschaftswunder viele Jahre erfolgreich begleitet und am Laufen gehalten. Obwohl schon 74 Jahre alt, wäre eine schnelle Ablösung undenkbar und dem Ansehen des neuen Präsidenten nicht förderlich, zumal man sich politisch rechts nahe steht. Der unangefochtenen Stellung Greenspan's steht ein junger, politisch unerfahrener Präsident gegenüber, der aber ein sehr starkes Programm hat. Steuersenkungen wirken, sie wirken sogar viel stärker als Zinsen und ohne Zeitverzögerung. Genau deswegen steht Greenspan Steuersenkungen skeptisch gegenüber. Seine Steuerungsmechanismen werden dadurch in die zweite Reihe versetzt. Dabei ist sein Umgang mit den Überschüssen der öffentlichen Haushalte illusionär. Schulden zurückzuzahlen und auch schon nur keine neuen mehr zu machen, hat genau den Effekt, der eigentlich vermieden werden soll: Es wird Liquidität ins Bankensystem gepumpt, die sich von dort ihren Weg genau an die Stellen sucht, wo sie am wirkungsvollsten ist. |
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22. Dez 2000 - Fazit: Machtkampf nein, der Kampf um die Macht ist aber unvermeidlich!
Der neue Präsident Bush steht vom Anfang an mit dem Rücken zur Wand. Wäre er in der Lage die Steuersenkungen durchzuboxen - seine Präsidentschaft würde schnell ein Erfolg, was dem Duo Clinton/Gore verwehrt geblieben war. Die Stimmung für Steuersenkungen ist gut, die überzogene Angst vor einem wirtschaftlichen Rückschlag der USA tut ein Übriges. Mit überquellender Kriegskasse kann Bush jede Auseinandersetzung gewinnen.
Gegen die Steuersenkungen kann Greenspan nichts machen, er müßte schon Überzeugungsarbeit bei den Volksvertretern leisten, sie scheitern zu lassen - undenkbar. Es bleibt ihm nichts, als sie knurrend hinzunehmen, seine Stimmung darüber wurde im Fernsehen offenbar. Also kann er die Leitzinsen nicht zurücknehmen. Aber die richten nichts mehr aus, weil die Zinsstrukturkurve zuletzt einfach nach unten gesetzt wurde, und auch am kurzen Ende die Zinsen abstürzen
short Yields.
Man stelle sich vor, es wäre Diskont und keiner ginge hin. Die Leitzinsen müssen im Markt schwimmen, was sie jetzt schon nicht mehr tun. |
Deutschland in der Deflation!
Die wichtigsten fundamentalen Wirtschaftindikatoren, die quartalsweise ausgezählten Wachstumsraten inklusive ihrer Inflationsraten (den sogenannten Deflatoren) werden bei jeder Neuveröffentlichung zurückrevidiert. Dabei ergeben sich manchmal überraschende Revisionen alter Quartalszahlen. Genau dies ist diesmal mit den vom statistischen Bundesamt veröffentlichten Deflatoren im Bruttoinlandsprodukt geschehen. Die neuen zeigen, daß vier Quartale lang, also ein volles Jahr sämtliche Quartalsraten unter Null lagen, d.h. ein gesamtes Jahr war Deutschland mit diesem breitesten Inflationsmaß unter Null. Auch die neue Quartalsrate ist mit +0,11 % im dritten Quartal viel zu niedrig ausgefallen, um einerseits schon die Jahresrate wieder über Null zu drehen, und andererseits sicher vor einer nachträglichen Revision unter Null zu sein. Der viele Jahre andauernde Inflationsabbau ist jetzt also bei Deflation angekommen, zwar noch nicht so massiv wie in Japan, aber schon ganz schön gefährlich. Ein Fall der Preise im Warenkorb des BIPs um etwa ein halbes Prozent ist durch die in Deutschland produzierende Wirtschaft kaum zu verkraften. Dabei muß man sich fragen, warum so wenig davon in den den Verbraucherpreisen ankommt. Das liegt vor allem an den Energie- und administrativen Preisen (z.B. Mieten). Die einen steigen seit 15, die anderen seit 5 Jahren und vernebeln den Blick auf das, was die in Deutschland verkaufende Wirtschaft zu schultern hat. Jeder weiß, daß die Milch- und viele andere Nahrungsmittelpreise, aber auch Textilien, in den letzten 10 Jahren gefallen sind. Zudem hat Greenspan, der Meister aller Indikatoren und immer ein guter Lehrmeister (man muß ihm nur zuhören) die Zusammensetzung |
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11. Dez 2000 - Fazit: Zehn Jahre Inflationsabbau haben Deutschland in die Deflation geführt, eine klammheimliche Revision der alten Quartalsraten bringt es an den Tag. Damit wird es gefährlich - es gilt den japanischen Weg zu vermeiden. Das könnte ganz schnell gehen, wenn die USA nicht mehr die Wachstumslokomotive spielen würden. Wenn - dann wäre das aber erst nach dem nächsten Quartal sichtbar.
der Warenkörbe bei der Ermittlung der Verbraucherpreise kritisiert. Sie werden zu langsam den raschen Veränderungen unserer täglichen Umwelt angepaßt, Stickwort telefonieren. Er selbst benutzt sie für seine Inflationsanalyse nicht mehr, sondern hat ein ganzes Bündel von Deflatoren dagegen gesetzt. In seinen Augen ist damit Japan in einer heftigen und Deutschland in einer ansteigenden Deflation. Daraus könnten die beiden Volkswirtschaften nur durch höheres Wachstum befreit werden. Dies ist aber nicht in Sicht. Während Japan es durchaus versucht, aber wegen der Größe der Probleme daran immer wieder scheitert, marschiert Deutschland, und mit ihm das sozialistische Europa, genau in die entgegengesetzte Richtung. Regulierung (,Schein'selbstständige und 640-Markgesetz) und Steuererhöhungen (Ökosteuern und Verschlechterung der Abschreibungsbedingungen) werden zwar durch Steuersenkungen anderswo wortreich bagatellisiert, aber eben nicht vollständig und nur auf Kosten von mehr Bürokratie. Wir gehen genau den entgegengesetzten Weg des gigantischen Steuervereinfachungsweges, den der Bundestagsabgeordnete Gunnar Uldal vor fünf Jahren vorgeschlagen hat. Ein weiteres Jahr nominell niedriger, oder sogar fallender Wachstumsraten können wir nicht mehr ertragen, ohne den japanischen Weg einzuschlagen. |
Können wir demnächst Rohstoffe als Aktien kaufen? Die Terminbörse CBoT in Chicago handelt ihren am stärksten gehandelten Kontrakt OEX, den S&P 100-Index der größten 100 Aktien Wall Streets, als Aktie, genauer als Indexaktie (diese werden im Fuchs-Jahrbuch für Kapitalanleger ,Die Besten Anlagen 2001' ISBN 3-932 114-66-3, Seite 93ff ausführlich beschrieben). Das ist zunächst nicht weltbewegend, kann man doch schon sämtliche wichtigen anderen US-Aktienindizes und auch die beiden EuroStoxxIndizes bereits als Indexaktie kaufen. In Deutschland steuerpflichtigen Anleger ist das wegen der prohibitiven Besteuerung als ,in Deutschland nicht zugelassener Auslandsfonds' nicht anzuraten, aber für andere Anleger ist mit Indexaktien der Einstieg in die ,wie mache ich mir meinen Fonds selbst'-Methode gewährleistet. Der Punkt liegt in den Buchstaben CBoT. Dieses ,Chicago Board of Trade' handelt noch viele weitere Terminkontrakte, nicht nur auf Aktienindizes, sondern auch auf Zinsen, Rohstoffe und Devisen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis deren Spots ebenfalls als Indexaktien gehandelt werden. Womit dann auch die problemfreie Langfristanlage in Sperrholzplatten, Orangensaft und Schweinebäuchen möglich würde. Hier hätten jetzt die in Deutschland Steuerpflichtigen auch wieder eine Chance, ohne steuerlich abgekocht zu werden. Denn Financial Futures |
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16. Nov 2000 - Ratgeber: Die CBoT hat den Handel mit einer Index-aktie auf den S&P 100 aufgenommen. Unter dem Tickersymbol OEF kann man einen Bruchteil des Index als Aktie kaufen. Wann also handelt die CBOT auch die anderen Spots als Indexaktie?
Eine weitgehend unbeachtet gebliebene Meldung er-öffnet ungeahnte Möglichkeiten der Kapitalanlage.
können sehr wohl als Fonds erklärt werden. Auch bei den Zinsfutures liegt konkret ein ,Fonds' aus Einzelanleihen zu Grunde. Bei Rohstoffen und Devisen kann das aber nicht mehr im entferntesten behauptet werden. Damit wäre z.B. auch die Alterssicherung durch eine Anlage in Milch, Weizen, Orangensaft, Gold, Palladium, u.s.w. möglich. Bis jetzt war das nur über Futures möglich, eine attraktive, aber nicht ganz einfach zu durchschauende Anlageform nur für große Vermögen. Zwar haben viele deutsche Banken noch nicht einmal eine Verbindung zu einem Broker, der an der CBoT handeln kann - Käufe werden also über deutsche Banken zunächst einmal nicht möglich sein. Aber man kann in Deutschland auch über deutsche Broker handeln. |
Ungereimtheiten bei der US-Präsidentenwahl! Wie kann nach der Auszählung von 96 % der Wahlkreise Bush mit 30000 Stimmen vorne liegen, kurz danach aber nur noch mit knapp 2000? Wie kommt es, daß alle Fernsehkommentatoren von 329 Stimmen Vorsprung sprechen, während die zuständige Sprecherin von 1850 spricht, nach Auszählung von 53 von insgesamt 69 Wahlbezirken? Wie kann die Justiz eine Auszählung stoppen? Man kann eine Wahl für ungültig erklären, aus welchen Gründen auch immer. Kein Richter kann aber in die Wahl eingreifen. Hier handelt es sich um einen Verfas-sungskonflikt, die Rechte der Legislative sind verletzt worden. Erst muß das Ergebnis festgestellt werden, dann kann man erst beurteilen, ob es gültig ist.
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11. Nov 2000 - Fazit: Wie kommt es, daß Al Gore von der ,constitution' und dem ,law' spricht, während gleichzeitig in Florida ein Richter der Legislative das verfassungsmäßige Recht der Wahl beschränkt, und gleichzeitig Jesse Jackson schon in Florida auf der Straße steht um lautstark, unterstützt durch die sattsam bekannten Berufsdemonstranten, seinen Präsidenten zu fordern. Gore sollte den Eindruck einer versuchten ,conspiracy' vermeiden. Soll der Präsident auf der Straße per Lautstärke entschieden werden? Sein Kommentar sollte, wie der von Bush, etwa ,yap' lauten mit einem bißchen staatsmännischen Getue. |
Bush ist Präsident! Steuersenkungen werden die US-Konjunktur anheizen. Wenn z.B. die ,capital gains tax' abgeschafft wird, kostet das den Staat 700 Mrd. Dollar in fünf Jahren. In der Wirtschaft kommt aber eine doppelt so hohe Kostenreduzierung an. Damit verstärkt sich der Marsch weg von der Staatswirtschaft, hin zur Privatwirtschaft, der im vergangen dritten Quartal bereits eingeschlagen wurde. Das Argument, daß dann die Reichen immer reicher würden, zieht nicht. Wenn die Reichen immer reicher werden, werden auch die Armen immer reicher - und nicht ärmer. Dies war der fundamentale Irrtum der Sozialisten und hat sich in den vergangenen 20 Jahren, seit der Wahl Reagans, in den USA bewiesen. Wenn die Reichen ärmer werden, werden die Armen auch ärmer - eine geschichtliche Erfahrung. Die Steuersenkungen können im übrigen leicht finanziert werden, bei 235 Mrd. Dollar Überschuß im letzten fiskalischen Jahr in den öffentlichen Haushalten. Dies war völlig anders, als das Duo Reagan/Laffer vor zwanzig Jahren anfing, die Steuern zu senken. Bei den damals hohen Staatsdefiziten wäre es beinahe schiefgegangen. Die damals stark diskutierte J-Kurve schlug zu: Sechs Jahre ging es zunächst nach unten. Reagan und |
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8. Nov 2000 - Fazit: Eine weitreichende Weichenstellung, die Amerika stärker macht und das sozialistische Europa schwächer. Wir sind nicht mehr überzeugt, daß der Dollar bei 2,30 DM überbewertet ist. Mag sein, daß die Kaufkraftparität bei vielen - aber beileibe nicht bei allen - Waren überschritten ist. Politisch ist er unterbewertet, und technisch bleibt er sowieso stark.
besonders A. Laffer wurden damals stark kritisiert und teilweise sogar verspottet. Dann kam die Trendwende und die Aufwärtsgerade im J ist immer noch intakt, mit einer Wachstumbeschleunigung, die im zweiten Quartal 2000 erstmals wieder Reagansche Ausmaße erreichte. Geschichtlich ungerecht, daß sich heute kaum noch jemand an Laffer und seinen Mut erinnert. Aber - eine kleine Nachricht aus dem Wahlkampf, nur im Vorübergehen notiert: Laffer ist wieder an Bord, im Team von Bush. Damit kann man nur wünschen - go, Laffer go. Es funktioniert auch ein zweites Mal. Die sozialistischen Regime Europas werden sich dann umschauen. |